worldbeatbremen e.v.
worldbeatbremen e.v.

über  worldbeatbremen (wbb)

Wir über uns (about us)

 

Die Geschichte des Vereins  ‚worldbeatbremen’

Der Verein wurde 2003 gegründet und hat seitdem eine recht wechselhafte Geschichte.

Eine ausführliche Dokumentation der Vereinsgeschichte findet man weiter unten

  • siehe  Unsere Anfänge (2003-2009).

Der Verein organisiert pro Jahr circa vier größere Events mit einem kleinen professionellen Team (4-5 Mitarbeiter) und besteht selber aus einer recht überschaubaren Zahl von engagierter Unterstützern (z.Z 12 Personen).

Seit 2010  wird unser Verein mehrheitlich von diversen DJs aus Bremen geleitet und alle Mitarbeiter und Helfer von „worldbeatbremen“ werden tarifgemäß entlohnt. Auch die DJs erhalten seitdem die ortsüblichen Honorare.

In den Jahren davor hatte der Verein eine mehrheitlich ehrenamtliche Struktur, das heißt: mehr als 100 Helfer pro Event und alle Aufwandsentschädigungen hatten primär eine symbolische Funktion.

Seit unserem Start mit der „Bollywood-Night“ am 16.8.2003 haben wir uns einen festen Platz in der Bremer Veranstaltungsszene erobert. Mit unserem erfolgreichen Konzept der „worldmusic meets clubculture“-Reihe bieten wir regelmäßig mit drei Tanzflächen unter einem Dach eine stilistische Vielfalt an Sounds an, die auch bundesweit ihresgleichen sucht.

Der Verein arbeitet mit Resident-DJs aus Bremen, die jeder für sich als Spezialisten bekannt sind und ihre eigenen Fankreise anziehen. Dadurch hat sich die Zahl unserer Stammgäste langfristig stabilisiert und das wirtschaftliche Risiko unserer Events ist besser kalkulierbar. Das Publikum ist mehrheitlich studentisch, Global Pop und Weltmusik gehören für sie längst zum Lebensalltag.

Das „Bürgerhaus Wesertarrassen“ (direkt neben dem „Weserstadion“ am Fluß gelegen) mit seinen drei Tanzflächen, dem Cafe und dem Biergarten ist ein attraktiver Treffpunkt für viele Menschen aus dem Bremer „Viertel“.

Dazu kommt eine äußerst friedvolle und tolerante Atmosphäre bei den Parties, die von gegenseitigem Respekt gekennzeichnet ist und keinen Raum für sexistische oder gar rassistische Anmaßungen zulässt.

Normalerweise werden die Veranstaltungen von „worldbeatbremen“ von 600–800 Gästen besucht.  Gleichzeitig gehen aber offenbar viele ins Internet, um sich dort auf unserer Seite (www.worldbeatbremen.de) die Bilder unserer Partyfotografen anzusehen, denn anders ist die Besucherzahl von mehr als 500.000 kaum zu erkläern.

Wir werden uns mit unserern Events auch in Zukunft bemühen, dem Anspruch und der Geschichte der ‚worldbeatbremen-Parties’ gerecht zu werden und einem inter-kulturell aufgeschlossenen Publikum einen attraktiven Ort zur Begegnung und zum Feiern liefern!

 

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Unsere Anfänge (2003-2009)

 

Das Konzept

Im Sommer 2003 gründeten sieben Bremer mit sehr unterschiedlicher Herkunft den Verein in der Absicht, die etwas andere „worldmusic-Party“ in der Hansestadt zu veranstalten. Erklärtes Ziel war, Menschen mit verschiedenartigen kulturellen Hintergründen in Kommunikation treten zu lassen – und zwar sowohl das Team in der wochenlangen Vorbereitungszeit als auch als die Gäste während des Partyabends.

Die recht unterschiedlichen Motive der sieben einzelnen Vereinsmitglieder wurden letztlich zu einem sehr detailierten Party-Konzept verwoben: so entstand die Eventreihe "worldmusic meets clubculture".

Mit der Veranstaltungsreihe sollte ein Ort interkultureller Begegnung geschaffen werden, an dem sich in Bremen Menschen mit unterschiedlichen sozio-kulturellen Hintergründen - verbunden durch den gemeinsamen Nenner Weltmusik - freud- und respektvoll regelmäßig begegnen können.
 

Die Ziele
Der Verein worldbeatbremen verfolgte bei seiner Gründung drei Ziele:
A) Forum zu sein für noch weitgehend unbekannte, moderne Musiktrends aus der ganzen Welt.
B) Förderung von Kommunikation zwischen Mehrheits- und Minderheitsgesellschaften und zwischen einzelnen ethnischen Migranten-Communities durch die Koppelung einer Tanzveranstaltung mit einem kommunikativeren Bereich mit zahlreichen Infoständen, Kontaktbörsen, Essenstischen und einem Internetforum.

C) Verbreitung von ExpertInnenwissen über über die Musik und Kultur ethnischer Minderheiten in Deutschland, u.a. durch die Auftritte junger internationaler KünstlerInnen bzw. DJ´s.
Die Zielgruppen der Veranstaltungsreihe waren:

I) kulturell aufgeschlossene Menschen verschiedenen Alters und Nationalität, hier insbesondere die in Bremen lebenden ausländischen Studenten;

II) Menschen mit einem direktem Bezug zu dem jeweiligen Land, welches in den “Themenabenden” präsentiert werden sollte, zum Beispiel Ehepartner von Migranten, deutsche Ausstauschschüler, Urlauber, Sprachschüler usw;

III) zusätzlich sollten ganz bewusst auch normale deutsche DiscogängerInnen, die ihren kulturellen Horizont erweitern wollten, von dem Programm angesprochen werden.

 

Der Weg

Die Parties fanden alle drei Monate in Bremen statt. Dafür wurde das zentral gelegenen Bürgerhaus „Weserterrassen“ jedesmal komplett umfunktioniert und sehr aufwendig dekoriert. Die Organisation einer Veranstaltung, die so vielen verschiedenen Interessen gerecht werden will, stellte sich als so komplex heraus, daß es jedesmal wochenlanger Vorbereitungen bedurfte.

Alle Beteiligten trafen sich jeden Dienstag um 19:00 Uhr im Bürgerhaus für 2-3 Stunden. Bei diesem Jourfix stieß man oft auf neue, interessante Leute, die teilweise wundervolle Ideen hatten, wie man die Parties noch besser und attraktiver machen könnte.
Die Vorbereitungen für jede Party dauerten volle drei Monate: am Anfang war der Kreis der Aktivisten noch überschaubar, aber spätestens vier Wochen vor dem jeweiligen Event tauchten immer mehr Interessierte auf, die sich bei der nächsten Party selber aktiv einbringen wollten. Das Ganze lief immer ohne jede Werbung, nur über persönliche Kontakte nach dem Schneeball-Prinzip. Die Aufgabenfülle führte dazu, dass man sich zusätzlich zum wöchentlichen Plenum noch in einzelnen Arbeitsgruppen traf, um die diversen Tätigkeiten zu koordinieren.

Bereits nach 3-4 Parties war die Zahl der Arbeitsgruppen auf ca. 25 angewachsen, die alle recht unterschiedlichen Aufgabenfelder zum Thema hatten.
Die Erfahrung zeigte, daß man sich auf die Personen, die regelmäßig zum wöchentlichen Jourfix (Plenum) kamen, auch am Tag der Party 100%ig verlassen konnte. Durch die regelmäßigen Treffs (anfangs im Plenum, später zusätzlich in Teamrunden) lernte man die Mitglieder anderer Teams kennen, entwickelte Ideen und war regelmässig über den "Stand der Dinge" informiert. Die Aktivsten in den einzelnen Arbeitsgruppen wurden zu „Koordinatoren“ ernannt und vertraten ihr Team im wöchentlichen Plenum. Die Arbeitsgruppen waren naturgemäß unterschiedlich groß, teilweise waren das nur 2-3 Personen, andere Teams hatten mehr als 20 Mitglieder (z. B. das Deko-Team).

 

Non-Profit und der etwas andere „Gewinn“

Unsere Parties waren – und sind! -  reine „non-profit“-Veranstaltungen: d.h., die Eintrittseinnahmen sind sehr überschaubar, da die Veranstaltung auch für Studenten und nicht so einkommensstarke Migranten erschwinglich bleiben sollte. Es bestand keine Notwendigkeit, bei den Events Gewinn zu erwirtschaften. Weder als Verein noch persönlich kann mit dieser Veranstaltung Geld verdient werden - und all die Menschen, die wochenlang viel Zeit und Arbeit investierten, damit der Abend (in dieser Form) überhaupt zustande kommt, wußten daß sie kein Gehalt erwarten können. Lediglich die Koordinatoren erhielten ein symbolisches Honorar von 50 € pro Party. Das gleiche symbolische Honorar bekamen sogar die DJs. Für so wenig Geld arbeitet niemand, wenn er keinen guten Grund dafür hat.
Aber es gab trotzdem viel, was als „Lohn“ nach der Party mit nach Hause genommen werden konnte. Vielleicht der neue Kontakt zu Gleichgesinnten. Oder die Erkenntnis, dass es noch viel mehr Menschen aus der eigenen Kultur in Bremen und umzu gibt als zuvor gedacht. Oder die Freude darüber, seine Kultur einer grossen Öffentlichkeit vorgestellt zu haben. Oder das Selbstvertrauen, mutig genug zu sein, den Mund aufzumachen und sich einzubringen. Oder den Stolz, wenn 800 - 1000 Gäste nach einem friedlichen Abend glücklich nach Hause gingen. Oder die Einsicht, dass die eigene Kreativität ja doch genau die passende Deko zum Abend schuf. Oder den Glücksmoment morgens um sieben, wenn alles geklappt hatte und das Bett winkte.

Das eigentliche Ziel unserer ersten 25 Veranstaltungen war nicht die Party selber, sondern der interessante Weg dorthin. Die Vorbereitungszeit war vor allem ein intensiver Kommunikationsprozess - und genau das war in den Anfangstagen unser eigentliches Anliegen: Menschen unterschiedlichen Alters, diverser sozio- kultureller Hintergründe, Sprachen und Beweggründe zusammenzubringen, um gemeinsam eine gigantische Party auf die Beine zu stellen und zu feiern. Über Sprachbarrieren, Altersgrenzen oder individuelle Begabungen hinweg. Die Beteiligten sollten als Team aktiv werden, kreative Ideen entwickeln und eigenverantwortlich umsetzen.
Die ersten 25 Parties hatten auch jeweils ein eigenes kulturelles Motto.  Diese Thema, z.B. „Cuba“,  sollte so authentisch wie möglich präsentiert werden: durch Musik, Tänzer, Filme, Bilder, DJs, typisches Fingerfood, Getränke, Vorträge, Kunst, Kostüme, aufwendige thematische Dekoration oder einen großen Info-Bereich. Dazu suchten wir „Spezialisten/Innen“ - Personen mit direktem Bezug zur Kultur des Abends, die ihr Wissen oder Können einbringen wollten. Natürlich engagierten sich aber auch Personen in der Vorbereitungszeit, die sich eher vom Partykonzept als solchem angesprochen fühlten. Einige unserer Parties hatten mehr als 100 freiwillige Mitarbeiter, und es gab mit Sicherheit genauso viele unterschiedliche Motive, um im Rahmen der Veranstaltungsreihe tätig zu werden.

 

 

Volunteers als Erfolgsrezept

Dieser ganze Prozess gelang nur deshalb, weil wir für jede Party neue Volunteers gewannen, die ein spezifisches Know How und Interesse an dem jeweiligen Motto bzw. Schwerpunkt einbrachten. In den ersten fünf Jahren arbeiteten Hunderte von Helfer an der Vorbereitung und Durchführung der einzelnen Veranstaltung mit – ein großer Teil davon stammte aus der ‚Community’, die mit dem Thema des Abends angesprochen wurde.

Sie engagierten sich bei der Dekoration, der Planung und Gestaltung der Info-Area, bei Werbung, Flyer-Erstellung und –Verteilung, beim jeweils themenspezifischen ‚Welcome-Drink’, der Kasse, Garderobe, bei der Video-Show, in der Bildergalerie, an den Infotischen, hinter dem Tresen, an den Plattenspielern oder bei der recht aufwendigen Technik für die drei Tanzflächen. Es gab ein Team, das in der Stadt rum lief, um das geeignete Fotomodel zu finden, welches das Motto der jeweils nächsten Party präsentieren  sollte. Ein anderes unterstützte die Model-Fotografin bei der Aufnahme der Plakatmotive, sie kümmerten sich ausschließlich um Requesiten, Make  Up und Frisur der Models. Ein anderes Team war damit beschäftigt, für jede Party neue Fotobildbände zu scannen, damit man über die Videobeamer attraktive Bilder riesengroß an die Wände werfen kann. In der Regel kamen zu jedem Motto 500 bis 800 neue Bilder ins Archiv. Ein Team betreute die Künstler, die im Foyerbereich ihre Bilder während der Party ausstellten. Dies Künstler stammten fast immer aus den jeweiligen Heimatländern. Ein anderes Team kümmerte sich um die Musiker und Tänzer, die ohne Gage im großen Saal zwischen den DJ-Sets auftraten. Einige waren wochenlang damit beschäftigt, daheim in ihrer Küche, die Dekoration für die Tanzflächen neu zu basteln. Ohne all diese vielen unterschiedlichen Menschen hätten die Parties niemals so bunt und erfolgreich werden können. Die hohe Zahl von freiwilligen Helfern bedeuteten aber Unmengen an Abstimmungen, sowie unzählige E-Mails und stundenlange Telefongespräche.

 

Die Veränderung

Um diese Art der Party-Vorbereitung und –Durchführung zu ermöglichen, bedurfte es immenser Anstrengungen, denn es mussten ja jedes Mal – passend zum Motto/Thema des jeweiligen Abends – neue Menschen mit dem entsprechenden kulturellen Background gesucht und gefunden werden. Daß 50 BrasilianerInnen, die sich mit Begeisterung an der ‚Brazilectro’-Party beteiligten, sich nicht mit gleicher Motivation auch für ein Thema ‚Osteuropa’ begeistern lassen würden, ist nur zu verständlich. Hier halfen unsere GeschäftsführerInnen und vor allem die sogenannten ‚Team-Koordinatoren’ (quasi das „Gedächtnis“ der Party-Reihe), in dem sie immer wieder auf die Suche gingen, Kontakte  knüpften und das in der Vergangenheit angesammelte Wissen immer an die Neuen weitergaben.

Nach äußerst erfolgreichen Jahren (und circa 25 Parties) machte sich aber auch bei uns ein schleichender „Abnutzungsprozess“ bemerkbar – Lebensschwerpunkte veränderten sich bei vielen, die von Anfang an dabei waren, und der enorm hohe Arbeitsaufwand, den die Mitarbeit im Verein und die Parties erforderte, war mit immer weniger Aktivisten auf Dauer nicht aufrecht zu erhalten.

Dazu kam, dass nach vier bzw. fünf Jahren die Förderung der senatorischen Behörden mit der Begründung eingestellt wurde, daß die Verstaltungsreihe ja sehr erfolgreich arbeite. Ohne die Zuschüsse seitens der Kommune konnten die Honorare für die GeschäftsführerInnen nicht länger gezahlt werden. Ohne feste Mitarbeiter, die sich tagtäglich um die ehrenamtlichen Mitarbeiter bemühen, kann man eine größere Organisationsstruktur von Freiwilligen nicht darstellen. Man braucht verläßliche Konstanten, die als  langfristige Ansprechpartner der Organisation Struktur geben.

Denn 25 Koordinatoren und 100 Helfer wollen betreut werden, letzten Endes arbeiten die Ehrenamtlichen nur dafür, dass man sie lobt. Wenn niemand mehr da ist, der geleistete Arbeit zumindest regelmäßig und überzeugend mit Lob und Anerkennung honoriert, erlahmt bei allen Ehrenamtlichen das Engagement.

 

Wir hatten nun zwei Optionen: A) die Veranstaltungsreihe zu beenden, da das ursprüngliche Ziel unter den damaligen Bedingungen nicht länger erreichbar war oder

B) unser Angebot so zu reduzieren, so dass wir die Aufgaben bei der Event-Realisierung auch mit einer stark geschrumpften Helferzahl bewältigen konnten.

So kam es ab etwa Sommer 2008 zu einer ersten schrittweisen Reduzierung des Angebots – betroffen waren hier in erster Linie die (zuvor immer sehr aufwendige!) Dekoration der Räume, die Info-Area, das Feedback-Team, das uns durch seine Befragung der Besucher immer wieder Aufschluß über unser Publikum gegeben hatte, und das beliebte Welcome-Team.

 

Ende 2009 war die Finanzlage des Vereins letztendlich so prekär, dass man sich vom ursprünglichen Konzept ganz verabschiedete und den Verein als „normalen“ Event-Veranstalter mit Schwerpunkt auf Global-Pop neu aufstellte.

In den Folgejahre konnte mit dem neuen Konzept dann wieder erfolgreich gewirtschaftet werden.

 

Hier finden Sie uns

info  (at)  worldbeatbremen.de

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