worldbeatbremen e.v.
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Balkan Express                       2005.04.23

balkan pop & gypsy brass

 

- global beats on 3 dancefloors -

sa. 23.04.2005      
doors:  21:00 h
buergerhaus weserterrassen, bremen, osterdeich 70b
entry fee: 8,00 €,  /  6,00 €
international guests welcome !

 

djane guelbahar kueltuerovska (clubstar rec.);
djane filo (wilder osten);
dj john (bucharest);
dj tha silver (london);
dj jürgen schmitz (fhe);
dj der gaertner der lueste (globalibe-bochum);
dj ralph ”von” richthoven (fhe);
dj der laechelnde schamane (goya-berlin);

 

live-concert:     ael jawala (freiburg)
videoshow:     v.i.p.-vj-team (sebastian & tim)
deco- & lightart:     die lichtfaenger (manja & fermin)
fingerfood,  welcomedrink, information &  exhibition

Balkan Express
im Osmanischen Reich bezeichnete man mit "Balkan" lediglich einen Gebirgszug in Bulgarien. Nach heutigem Verständnis zählen zum Balkan die Länder Kroatien, Serbien und Montenegro, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Rumänien, Albanien, Mazedonien, Griechenland und der europäische Teil der Türkei; also die gesamte Halbinsel zwischen Adria und Schwarzem Meer. Großzügige Menschen rechnen auch noch auch Moldawien, Slowenien, Ungarn dazu. Nach dem Ende der Sowjetunion wurde der nationale Gedanke in dieser Region auffällig dominant und prägte jahrelang das Erscheinungsbild. Die Konflikte zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen sind nicht neu. Seit Jahrhunderten ist diese Gegend ein Reibungspunkt zwischen zwischen Islam und Christentum. Die verschiedenen Nationalisten und Rassisten, die jeweils von einem Groß-Bulgarien, Groß-Mazedonien, Groß-Serbien, Groß-Albanien oder Groß-Irgendwas träumen, machen das Zusammenleben nicht unbedingt einfacher. Viel typischer für den Balkan ist das  Mit- und Nebeneinander einer Vielzahl von ethnischen Gruppierungen in allen Staaten. Denn vor dem Ostblock haben die Venizianer, die Habsburger und die Türken den Balkan dominiert und deren Interesse an einer nationalen Selbstständigkeit der verschiedenen Balkanvölker war sehr gegrenzt. Systematisch wurden ganze Landstriche umgesiedelt; durch Konflikte heimatlos gewordenen Gruppierungen wurden bis dahin kaum bewohnte Gegenden überlassen. Deswegen gibt es heute in Bulgarien jede Menge türkischstämmige, mazedonischstämmige, ungarischstämmige usw. Minoritäten. Das Beispiel lässt sich nahezu in jedem Balkanstaat wiederholen. Nicht umsonst nennt man gemischten Obstsalat auch "Mazedonischen Salat". Diese kulturelle Vielfalt wird von vielen Menschen auf dem Balkan jedoch immer noch nicht als Bereicherung, sondern häufig als Belastung erlebt.  
Das mühselige Suchen nach eigener Identität macht sich auch im Musikleben der verschiedenen Bevölkerungsgruppen bemerkbar. Überall ist eine (mehr oder weniger) nationalistisch geprägt Folklore-Industrie entstanden, die -von außen betrachtet- manchmal skurrile Züge annimmt. Zu Beobachten ist vielerorts eine Vermischung von regionaler Volksmusik mit trivialen Schlagerelementen. Zu zweifelhaftem Ruhm kam insbesondere der Turbopop aus Serbien; ähnliche Entwicklungen sind auch aus Kroatien und Rumänien zu berichten. In Griechenland hatte zum Beispiel die Negierung der osmanischen Einflüsse jahrzehntelang fast zwanghafte Ausmaße. Inzwischen geht man mit dem Thema entspannter um, und in vielen modernen griechischen Produktionen sind typisch orientalische Motive zu hören.
Von einigen (griechischen und moldawischen) Produktionen abgesehen, interessiert sich in Deutschland kaum jemand für die aktuelle Musik des Balkans, von ehemaligen jugoslawischen Gastarbeitern mal abgesehen. Und was man z.Zt. in Westeuropa mit Balkanmusik verbindet, hat wenig bis nichts mit der Musik zu tun, die man in diesen Ländern im Radio hören kann.
Mit "Balkanmusik" verbindet man außerhalb des Balkans stets die Musik einer Volksgruppe, die nie einen eigenen Staat gegründet hat: die Zigeuner, die Sinti & Roma, die Zigani.

Im osmanischen Reich war der Beruf des Musikers einer der wenigen, die man den Zigeunern zugestand. Jahrhundertelang spielten sie die Musik der jeweils herrschenden Klasse. Sie spielten zu Hochzeiten, Beerdigungen, Geburtstagen, Kindstaufen und auf jedem Volksfest. Für die Türken spielten sie orientalische Weisen, für die Habsburger Marschmusik und für die slawischen Nachbarn deren Volklieder. Berühmt geworden sind die Zigeuner-Blaskapellen in den letzten Jahren durch die Filme von Emir Kustorica, wie z. B. "Schwarze Katze, Weißer Kater", in denen das Leben der Zigeuner auf dem Balkan auf eindrucksvolle Weise thematisiert wird. Seitdem sind Kapellen, wie Boban Markovic Orkestar, Fanfare Ciocarlia, Kocani Orkestar oder Taraf de Haidouks regelmäßig in ausverkauften deutschen Konzerthäusern unterwegs.  Goran Bregovic, der ehemalige Film-Komponist von Emir Kustorica, ist inzwischen weltweit zu einer Art Balkan-Popstar geworden. Die ziemlich durchgeknallte, slowenische Schwulen-Ikone Magnifico feiert in Italien große Erfolge: der Musiker zieht auf sehenswerte Art und Weise selbstbewusst alle Balkanklischees durch den Kakao.
Die Blasmusik der Zigeuner vom Balkan hat mit der traditionellen Blasmusik aus Deutschland ( oder besser gesagt aus Böhmen) eigentlich nur die Instrumente gemein. Sie ist häufig melancholisch und traurig, aber mehrheitlich ist sie so abenteuerlich wild, atemberaubend schnell und verrückt arrangiert, daß man beim Zuhören in Gefahr läuft, einem Herzinfakt zu erliegen. Echten Gypsybrass-Fans reicht es nicht mehr zu warten, bis mal wieder eine dieser unglaublich Kapellen zu Gast kommt.  Der echte Fan fährt jährlich im August nach Guca in Zentralserbien. Dort findet das Blasmusik-Festival statt, zu dem jedesmal mehr als 100.000 Blasmusik-Verrückte pilgern. Selbst Miles Davis hat den Mund nicht mehr zubekommen, als er in Guca war. "….ich habe nicht gewußt, daß man sowas mit einer Trompete machen kann…..".
Im Clubbereich hat man auf diesen Trend längst reagiert, der Frankfurter DJ Shantel stammt aus Rumänien und veröffentlicht inzwischen regelmäßig Club-Remixe von Gypsybrass-Kapellen. Seine "Bucovina"-Veranstaltungen sind echte Dauerbrenner (und deswegen sind seine Gagen auch für den Verein wbb unbezahlbar hoch).

           

Das Worldbeat Konzept
Der Verein worldbeatbremen e.V. hat 2003 in Kooperation mit dem Radioprogramm ”Funkhaus Europa” und dem Bürgerhaus Weserterrassen die Veranstaltungsreihe ”Worldbeat - worldmusic meets clubculture” in Bremen initiiert.
Nach acht Musikreisen (Indien, Brasilien, Osteuropa, Frankreich, Orient, Karibik, Südafrika & Südamerika) konzentriert sich das multikulturelle wbb-team jetzt auf den Balkan.
Menschen mit unterschiedlichsten Hintergründen bereiten diesen Abend gemeinsam vor. Ziel ist die interkulturelle Begegnung und das Lernen daraus. In der monatelangen Teamarbeit vor und während der Veranstaltung geht es dabei auch um Ablehnung von Rassismus und Sexismus.

 

Die Teams & Areas
Eigens für diesen Abend haben sich wieder über 70 Freiwillige, darunter viele MigrantInnen und internationale StudentInnen, zusammengefunden, die beschlossen haben, diese ”Balkan-Nacht” zu einem unvergesslichen Ereignis werden zu lassen. In 20 verschiedenen Teams wird der Abend 8 Wochen lang präzise vorbereitet – und dabei ist interkulturelle Kommunikation in der Vorbereitungszeit dem Verein worldbeatbremen (wbb) besonders wichtig. Der Weg ist das Ziel!
Auf dem "mainfloor" (großer Saal) tritt ab 21:00 Uhr die Balkan-Bigbeat-Formation Äl Jawala aus Freiburg live auf.  Für weitere Informationen bezüglich der Band Äl Jawala, siehe: www.jawala.de. Das Konzert endet um 22:15 Uhr, danach übernehmen die DJs die Bühne.
Begrüßt werden die Gäste mit einem kostenlosen Welcomedrink. In der Contact-Area werden wieder mehrere Organisationen ihre Stände aufbauen und dafür sorgen, dass für Interessierte möglichst viel Wissenswertes über den Balkan in gedruckter Form und Bildern vorliegt. Die Literatur zum Thema ´Balkan´ stellt die Buchhandlung ”Andere Seiten” zusammen.
Auf der großen Doppelleinwand werden Musikvideos und Ausschnitte z.B. aus den Spielfilmen von Emir Kusturica live zur Musik vom Video-Duo "V.I.P." in Beziehung gesetzt.
Die thematische Dekoration für das gesamte Bürgerhaus liegt in der Hand des (von Rolan & Daggi angeleiteten) Deco-Team II. In diesem zahlenmäßig sehr großen Team sind besonders viele ehrenamtliche Helferinnen aus Rumänien, Griechenland & Kroatien aktiv.
Das Deco-Team II ist u.a. zuständig für die Umgestaltung des Café´s "Alexis Zorbas”, der Flure, der Contact-Area, der Sanitärräume, der Garderobe, der "Dracula-Lounge" sowie des farbenprächtigen "Gypsy"-Foyers.
Die Umsetzung des visuellen Konzepts für die drei Dancefloors auf der "Balkan Express"-Party ist Aufgabe der Profis von der Deko-Agentur ”Die Lichtfänger” (Manja & Fermin).

Die Dancefloors    
Auf dem großen World-Floor präsentieren der Gärtner der Lüste (alias Ralf Ilgner-WDR5), der Funkhaus Europa-DJ Jürgen Schmitz und der britische DJ Tha Silver die aktuellen Hits der Weltmusik.
Auf dem kleinen Balkan-Floor spielen Djane Gülbahar Kültürovska (Clubstar Rec.), Djane Filo (Wilder Osten) und DJ John (Bukarest) die wilde und gleichzeitig extrem melancholische Blasmusik des Balkans in all ihren regionalen Facetten. Live unterstützt werden sie von den Musikern der Balkan-Bigbeat-Formation Äl Jawala.
Unten im  Club  stehen dj ralph "von" richthoven (Funkhaus Europa) sowie der Lächelnde Schamane (Goya-Berlin.de) an den Plattentellern und legen "Global Electronica" auf.

 

Veranstalter und Unterstützung
”Worldbeat - worldmusic meets clubculture” ist eine Veranstaltung vom Verein worldbeatbremen e.V. in Kooperation mit Funkhaus Europa/Radio Bremen und dem Bürgerhaus Weserterrassen.

Die Veranstaltung wird unterstützt durch: Senator für Kultur; Senator für Arbeit, Frauen, Gesundheit, Jugend und Soziales; der Migrationsbeauftragten im  Lande Bremen; Universität Bremen; Hochschule Bremen; Goethe-Institut Internationes; Fremdsprachenzentrum der Hochschulen im Lande Bremen, ASTA Uni Bremen; Bremer Marketing GmbH; Bremer Informationszentrum für Menschenrechte und Entwicklung BIZ; Bremer Magazin; Buchhandlung ”Andere Seiten”; Kühl-Beschallung; Eurodruck; StudentInnen der International University Bremen; Crammed-Discs; Asphalt-Tango Records; Essay Records

Hier finden Sie uns

info  (at)  worldbeatbremen.de

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